Headhunting – Der professionelle Wettbewerb um die klügsten Köpfe

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Was für große Unternehmen längst zum Alltag gehört und den Personalabteilungen viel Arbeit abnimmt, wird für kleine und mittelständische Unternehmen zunehmend beliebter: die Suche von Fach- und Führungskräften mit der Hilfe eines Headhunters. Die professionellen „Kopfjäger“ werden erfolgsabhängig bezahlt und ihre ungewöhnlichen Methoden zeigen Erfolg.

Mangel an Fach- und Führungskräften

Der demographische Wandel hat einen Mangel an Fach- und Führungskräften zur Folge, der sich wiederum negativ auf die Innovationskräfte- und Wachstumschancen von Unternehmen auswirkt. Stellenanzeigen auf Online-Jobbörsen, der firmeneigenen Website und in den Tageszeitungen finden keine passenden Bewerber. Fehlen wichtige Kompetenzen und bleiben Schlüsselpositionen unbesetzt, kann dies sogar den Fortbestand kleiner Betriebe gefährden. Kein Wunder, dass einige Unternehmer zu ungewöhnlichen Methoden greifen und professionelle Personalberatungen beauftragen.

Überraschungseffekte und Aufstiegsmöglichkeiten nutzen

Die Personalberater besitzen nicht unbedingt den besten Ruf, werben sie doch gezielt die besten Mitarbeiter ab. Der Spruch „Können Sie frei sprechen?“ ist aus Arbeitnehmersicht meist überraschend und positiv. Selbst wenn eine Führungskraft nicht die Absicht besitzt, den Arbeitsplatz zu wechseln, sind Headhunter eine gute Möglichkeit, den eigenen Marktwert zu testen. Fast jede Führungskraft fühlt sich geschmeichelt. Gleiches gilt für Facharbeiter, die auf spontane Abwerbe-Versuche nicht vorbereitet sind. Viele Arbeitnehmer sind unzufrieden im Job, haben aber keine aktiven Wechselgedanken. Kann der Headhunter mit einem höheren Nettogehalt, einer betrieblichen Zusatzrente, regelmäßigen Weiterbildungen und einer höheren Gestaltungsfreiheit im neuen Job locken, wird sich der ins Visier genommene Facharbeiter das Konkurrenzunternehmen zumindest ansehen. Läuft das Bewerbungsgespräch gut und kann sich der neue Arbeitgeber überzeugend präsentieren, kann sich der Headhunter über eine satte Provision freuen.

Kleine und große Fische rekrutieren

Einfache Fachkräfte sind für Headhunter kleine Fische und relativ einfach zu rekrutieren. Ein Bruttomonatsgehalt des neuen Arbeitnehmers ist im Fall einer Einstellung mindestens fällig. Führende Personalberatungen interessieren sich vorwiegend für die großen Fische und schwierig zu besetzenden Stellen. Hier ist in der Regel ein Drittel des Jahresgehaltes zu bezahlen. Bei sehr hohem Schwierigkeitsgrad sogar mehr. Einige Headhunter haben sich auf bestimmte Branchen festgelegt. Sie besitzen den Vorteil einer gut gefüllten und ständig aktuell gehaltenen Talentdatenbank. Von Online-Berufsportalen, persönlichen Kontakten bis zu Kundenmagazinen nutzen die Personalberater alle zur Verfügung stehenden Recherche-Quellen. Punktgenau auf die Anforderungsprofile der Auftraggeber zugeschnitten, suchen sie die passenden Spezialisten und Führungskräfte. Des einen Freud ist des andern Leid. Gerade kleine Unternehmen sollten bedenken, dass Mitbewerber Gleiches mit Gleichem vergelten und ihrerseits ebenfalls die größten Leistungsträger mit Hilfe eines Headhunters anwerben könnten.