Scheidung im hohen Alter – Warum wird sie immer häufiger?

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Der Trend verläuft in allen Industriestaaten ähnlich. Früher heirateten die Menschen und blieben bis an ihr Lebensende zusammen. Heute dagegen lassen sich immer mehr Paare selbst in hohen Alter scheiden.

Was sind die Gründe dafür?

Menschen werden im Durchschnitt heute wesentlich älter als früher. Wer noch vor 2 oder 3 Generationen das Rentenalter erreichte, hatte nur noch wenige Lebensjahre zu erwarten. Wie es in einem populären Schlager aber einst hieß: Mit 66 Jahren fängt das Leben erst an. Außerdem sind die meisten Senioren fitter und finanziell bessergestellt als ihre Altersgenossen in der Vergangenheit.

Bei älteren Paaren reichen oft Frauen die Scheidung ein

Auch das hängt mit dem Eintritt in das Rentenalter zusammen. So lange beide noch arbeiten mussten, hatten beide Zeit, sich voneinander zu erholen. In Fakt, rechnet man die Arbeitszeit, Zeit für notwendige Tätigkeiten wie Körperpflege, Einkaufen, Wäschewaschen, Putzen und vor allem Schlafen zusammen, verbrachten beide gar nicht so viel Zeit gemeinsam. Sind jedoch beide daheim, nerven sie sich gegenseitig und stören sich an den Angewohnheiten des anderen. Frauen sehen dann oft keinen Grund mehr, die schlechten Launen ihres Mannes zu ertragen oder sein Dienstmädchen zu spielen. Durch die Rente sind sie finanziell unabhängig, die Kinder sind längst aus dem Haus. Zeit, sein eigenes Leben in die Hand zu nehmen.
Manchmal kommen auch im Alter die gegensätzlichen Interessen und Charaktere erst zum Vorschein. Der eine möchte seine Ruhe haben und sucht im Schrebergarten sein Glück, den anderen zieht es dagegen in die Welt hinaus oder er entdeckt ein ganz neues Hobby.

Was sollten Sie bei einer Scheidung im Alter beachten?

Eine Scheidung im Alter hat für den finanziell schwächeren Partner (meist die Frau) ernste Konsequenzen. Das kann sogar bis zum wirtschaftlichen Ruin führen. Während die beiden gemeinsamen Renten in der Regel hoch genug sind, um den Haushalt zu führen, reicht eine Rente allein oft nicht aus. Wegen durch Kindererziehung unterbrochener Erwerbstätigkeit haben viele Frauen nur geringe Renten. In der Regel muss der Mann Unterhalt bezahlen. Der kann über den so genannten Trennungsunterhalt hinausgehen und sogar nach der Scheidung als nachehelicher Unterhalt fällig werden. Der kann zahlbar werden, wenn die Exfrau aufgrund ihres Alters oder ihres schlechten Gesundheitszustands nicht mehr selbst arbeiten kann. Der Vermeidung finanzieller Nachteile durch eine Scheidung im Alter dient auch der Versorgungsausgleich. Dabei werden die während der Ehe erworbenen Rentenansprüche hälftig geteilt.

Vor einer Scheidung im Alter sollten Sie unbedingt den Rat eines Anwalts einholen, um keine Fehler zu machen, die Sie teuer zu stehen kommen.